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FMEA, BIA, OrgD und SWOT: Erkennen Sie technische und organisationale Fallen, bevor Sie darin feststecken

FMEA: Fehler-Möglichkeits-und-Einfluss-Analyse, ein Verfahren aus dem Ingenieurwesen
BIA: Business-Impact-Analyse, ein Verfahren des Riskikomanagements
OrgD: Organisationsdiagnose, ein Verfahren der Wirtschaftspsychologie
SWOT: Strategisches Werkzeug zur Untersuchung eines Vorhabens auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risken

Das Gehirn unter der Lupe - Foto: Gems Wenn Sie sich auf meiner Webseite ein wenig umgetan haben und Ihre Berufs- und Lebenserfahrung addieren, kommen Sie möglicherweise auf erste Ursachen dafür, dass so manches Vorhaben nicht zu wünschenswerten oder auch nur angemessenen Resultaten führt, auch VDI 4006 lässt grüßen. Auch werden Menschen immer wieder von Krisen und Notlagen überrascht. Und sei es der erste Schneefall im Dezember, der regelmäßig einige Autofahrer mit Sommerreifen kalt erwischt. Hätte man das nicht vorher wissen und positiv beeinflussen können? Das Arbeitsgedächtnis des Menschen ist viel zu klein, um die Fülle an Aspekten, die man für eine halbwegs objektive Bewertung eines Sachverhaltes benötigt, gleichzeitig und zusammen mit ihren Gewichtungen im Kopf zu halten. Die meisten unserer Entscheidungen beruhen daher auf einigen wenigen dieser Einflussgrößen. Das ist oft völlig in Ordnung. Wenn es jedoch um Entscheidungen geht, die (1) zugleich von großer Anzahl der Einflussgrößen und (2) großer Tragweite sind, ist eine gewissenhafte Betrachtung vorzuziehen. Auf dieser Seite finden Sie eine kleine Auswahl der dafür entwickelten Verfahren. Um Einflussgrößen zu entdecken, bietet sich eine strukturierte Analyse des Vorhabens mittels der 7 Vollständigkeitsebenen an.

Eine FMEA, Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse, dient im Kern dazu, ein Vorhaben unter Einsatz von Frage- und Kreativitätstechniken im vorhinein daraufhin zu untersuchen, was alles schief gehen könnte. Zu den gefundenen Risiken erfolgt eine Bewertung hinsichtlich Eintreffenswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bei Eintreffen (vgl. DIN ISO 31000). Abschließend werden für kritische Risiken Maßnahmen erdacht. Meist wird eine FMEA für technische Projekte durchgeführt. Ein Beispiel:
1972 wurde in Chicago der 44 Stockwerke hohe CNA-Tower "Big Red" gebaut. Aus Designgründen wurden die etwa 3000 Fenster transparent grau gefärbt und um 38 cm zurückgesetzt. Im Laufe der nächsten Jahre splitterten einzelne Scheiben Dann wurde eine junge Mutter erschlagen, während sie ihr Kind an der Hand hielt. Es stellte sich heraus, dass die breiten Rahmen in Verbindung mit der Graufärbung die Ursache waren: Die Rahmen sorgen bei Sonnenschein für Teilbeschattung, die graue Färbung für erhöhte Erwärmungswirkung des Sonnenlichts. Die zentralen Bereiche der Scheiben dehnten sich aus, die Randbereiche nicht. Das führte zu regelmäßigen Spannungsrissen. Hätte eine FMEA helfen können? Die FMEA betrachtet Projekte unter ansonsten unüblichen Perspektiven, setzt Szenarien an und fördert mit Fokussieren der mentalen Kräfte auf Risiken sowie durch Einsatz besonderer Fragetechniken das rechtzeitige Erkennen und Abstellen von Gefährdungen, die "einem später auf die Füße fallen können". Oft hört man nichts, weil eine FMEA durchgeführt wurde.

Bei der BIA, der Business Impact Analysis, werden die Einflüsse und Wirkungen denkbarer Krisen, Veränderung von Rahmenbedingungen und Notfälle auf Geschäftsprozesse und Ressourcen vorab strukturiert erfasst, die Szenariotechnik ist Teil des Vorgehens. Ziel ist das Aufrechterhalten kritischer Abläufe und Funktionen sowie das Festlegen von Gegenmaßnahmen und Notfallplänen.

Eine Organisationsdiagnoste OrgD stellt als wirtschaftspsychologische Maßnahme das Erfassen der Tauglichkeit und Robustheit von organisationalen Strukturen und Beziehungen dar. Kommt es zu einer geschäftlich kritischen Lage, entscheiden diese Aspekte darüber, ob die Mitarbeiterschaft zügig auseinanderreißt und zerfällt oder gemeinsam versucht, aus dem Tal herauszukommen. Hier spielen VDI 4006 (Gestaltung robuster, zuverlässiger menschlicher Systeme) und DIN 33430 (z.B. durch CIT, der Methode kritischer Ereignisse) genau so mit wie beispielsweise das Führungsklima.

Die SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen und Risken) wird angewendet, um bezüglich eines Vorhabens eine möglichst umfassende Bewertung vorzunehmen. Missbräuchliche Verwendung findet sie erschreckend häufig bei der Beurteilung von Bewerbern: "Was sind Ihre größten Schwächen?" Glaubt irgend jemand ernsthaft, ein Bewerber wird hierauf eine wahre Antwort geben? Viel wahrscheinlicher ist so etwas wie "Ich werde schnell ungeduldig, wenn andere langsamer arbeiten als ich, was ganz oft vorkommt." Wer die Frage nach der Schwäche stellt, verdient genau diese Antwort aus dem Bewerbungsratgeber. Aber: wenn jemand eine solche inhaltsfreie Antwort gibt, könnten Sie immerhin noch auf ein Indiz für die Persönlichkeitseigenschaft "Gewissenhaftigkeit" schließen. Anregung: Steigen Sie mit dem oben stehenden Reiter DIN 33430 in das Thema Eignungsdiagnostik ein. Wenden Sie SWOT nur auf Themen an, bei denen alle Beteiligten dasselbe Ziel eint.

Eherne Grundlage einer tauglichen Umsetzung jedes Verfahrens sind die jeweils zugehörigen Fragetechniken. Hinzu kommen die Methoden der öffnenden Moderation. Allen gemein ist der Gedanke: Gefahr erkannt, durchdacht, bearbeitet ⇒ Gefahr gebannt.

Sprechen Sie mich an, wenn Sie interessiert sind.

Ihnen einen herzlichen Dank, dass Sie hier waren, Ihr

Bernd Gems

DQR: amtlicher Deutscher QualifikationsRahmen, www.dqr.de, Niveaus von 1 bis 8.