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Karriereförderung, Bewerbung und Integration in den Lebensplan

Stellen Sie sich vor, Sie könnten in einer internen oder externen Bewerbung von sich behaupten:

"Laut dem psychometrischen Analyseverfahren PAM (Potenzialanalyse für Management- und Fachfunktionen) verfüge ich nachweislich über folgende Potenziale: [...]. Diese passen genau zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle, weil [...]."

Und dies noch zusammen mit dem Testat eines Wirtschaftspsychologen M.Sc. Je nach Stellenausschreibung kann natürlich ein anderes der über 100 psychometrischen Verfahren aus der Wirtschaftspsychologie noch stärker für Sie sprechen. Klar sein dürfte, dass andere Bewerber schon von der Existenz solcher Verfahren keine Ahnung haben und sie damit auch nicht für sich einsetzen können. Ihre Bewerbung wird einzigartig sein und für Sie sprechen.

Zurück zum Anfang: Ausgangspunkt für Ihren Besuch hier wird eine konkrete Lage sein, in der Sie sich befinden. Diese kenne ich natürlich noch nicht, daher stelle ich Ihnen zusätzlich zu den Chancen psychometrischer Analyseverfahren einen Rahmen zur ganzheitlichen Entscheidungsfindung vor. Dieser Rahmen stellt eines von mehreren Werkzeugen dar, mit denen aus Fragen langfristig sinnvolle Entscheidungen und Handlungen werden. Falls wir dieses Werkzeug für Sie anwenden, bewegen wir uns systematisch in 2-mal-7-Ebenen. Zu jeder Ebene existieren zwischen 12 und 24  Aspekte, die zu reichhaltigen Erkenntnissen führen - nützlich für Ihre Entscheidung und Argumentation. Nehmen wir an, Sie planen einen Aufstieg auf der Karriereleiter bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber von Mitarbeiter- auf Abteilungsleiterposten. Sie halten den Gedanken richtigerweise für aussichtsreich. Ein ganz einfacher Fall, wie es scheint: meist haucht man einfach spontan "ja, ich will". Aber: wird Ihnen später einmal gefallen, was Sie heute noch gewollt haben? Für dieses willkürlich herausgegriffene Beispiel eine klärende Anwendung des Instrumentes der 2-mal-7 Ebenen:

1. Ebene "Umgebung": Wie wird sich Ihr Miteinander mit der Familie verändern? Vielleicht werden Sie viel mehr Zeit in der Firma verbringen und zuhause mehr nachzudenken haben. Werden Sie umziehen wollen, weil es mehr Geld gibt? Werden Sie mehrtägige Geschäftsreisen zu unternehmen haben? Werden Sie Ihre Freizeit mit anderen Personen verbringen, z.B. auf dem Golfplatz? Mit der Ebene "Umgebung" durchstreifen wir gemeinsam systematisch mit Hilfe von 12 bis 24 Fragen alles, was außerhalb Ihrer Person liegt, diese umgibt. Was wird sich ändern? Was ist davon ok? Was nehmen Sie hin? Was wäre nicht akzeptabel? Welche Risiken entstehen?
2. Ebene "Verhalten und Handeln": Hier erschließen wir uns alles, was sich beim Tun verändert. Der Schritt vom Mitarbeiter zur Führungskraft krempelt bei diesem Punkt so ziemlich alles um. Beispiel: Ihre Arbeit als Führungskraft wird darin bestehen, andere Menschen zum Wohle des Arbeitgebers zum guten Arbeiten und guten Miteinander zu bewegen. Wie gehen Sie z.B.vor, um einen Disput mit maximaler Interessenswahrung von Beteiligten und Unternehmen zu lösen? Und dabei keinen Ärger der Beteiligten zu verdrängen, sondern durch angemessene Bearbeitung offen auszugleichen, damit es keine verborgenen Nebenwirkungen gibt? Wollen Sie so etwas tun müssen? Werden Sie die nächsten Jahre gerne Führungskommunikation in Aus- und Weiterbildungen lernen und anwenden?
3. Ebene "Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kompetenzen und Potenziale": Hier geht es schon mit den Begriffen los. Als Führunskraft werden Sie diese und viele weitere Begriffe in ihrer Bedeutung auseinanderzuhalten haben. Denn sie beschreiben jeweils einen wichtigen Teil davon, wie Sie "Ihre Leute" einsetzen und ausbilden können und sollen. Im Coaching gehen wir diese und andere Begriffe durch und versuchen herauszufinden, über welche Qualitäten Sie verfügen, welche für den neuen Job hinzuzulernen wären und ob das alles für Sie passt. Definition Coaching: siehe im Reiter "Support".
4. Ebene "Grundannahmen": Dies sind die verschiedenen Leitideen, die wir für wahr und/oder richtig halten und die Grundlage unseres täglichen Verhaltens und Handelns sind. Typische Begriffe auf dieser Ebene sind Werte, Glaubenssätze und solche aus der fachlich fundierten, sog. differenziellen Psychologie. Wenn Sie z.B. glauben, eine super Führungskraft werden zu können, dann fällt das unter "Glauben". Genau so, wie vieles andere. Es gilt, davon einiges zusammenzufassen und zu überprüfen. Auf dieser Ebene geht es auch darum, herauszufinden, ob Ihre persönlichen Werte mit denen übereinstimmen, die Ihr Arbeitgeber geschrieben oder ungeschrieben auf der nächsten Karrierestufe von Ihnen verlangen wird. Meist wird Ihr Arbeitgeber, vertreten z.B. durch einen Geschäftsführer, hierzu nur sehr dünne Aussagen machen können oder wollen. Und doch bestimmt diese Passung wesentlich mit, ob Sie im neuen Job erfolgreich sein werden.
5. Ebene "Identität": Hier geht es um das, was Sie als Person ausmacht wie Persönlichkeitseigenschaften, Historie und Ausbildungen. Taugt das für den neuen Job? Was wäre noch zu tun? Passt das alles? Auch unser Motivsystem ist tief in uns verankert. Es unterscheidet uns von anderen Menschen wesentlich. Bisher entdeckt wurden etwa acht Grundmotive, die nach Aktivierung in Motivation übergehen und damit den Ausgang von Entscheidungen und die Richtung von Verhalten maßgeblich beeinflussen. Die Motivprofile von Menschen unterscheiden sich z.T. drastisch, was nicht selten zu Kopfschütteln und Konflikten führt. Passt Ihr Motivbündel langfristig zu Ihrem heutigen Willen?
6. Ebene "Zugehörigkeit": Fühlen Sie sich stärker dem Betrieb oder Ihrer Familie zugehörig? Oder Ihrem Hobby? Oder sonst etwas? Einer Kirche etwa? Die Antwort auf diese Frage prägt Ihre Prioritäten wesentlich mit. Manche Geschäftsführer scheinen automatisch davon auszugehen, dass das Zugehörigkeitserleben der Führungskräfte in erster Linie dem Arbeitgeber gilt. Ist das bei Ihnen so? Wie stark? Welche Auswirkungen hat das?
7. Ebene "Sinn": Manchmal ist der geforderte Arbeitseinsatz nur dann langfristig gesund zu schaffen, wenn die Arbeit als sinnvoll erlebt wird. Warum ist die Welt besser, weil es Ihren Arbeitgeber gibt? Inwiefern tragen Sie in Ihrem neuen Job dazu wesentlich bei? Diese und viele andere Fragen stehen zum Einsatz für Sie bereit.

Fazit:: Im Beispiel ging es um die interne Bewerbung auf eine Führungskraftstelle oder die Annahme eines Angebotes für den internen Aufstieg. Sie werden vermutlich andere Pläne haben oder sich anderen Herausforderungen ausgesetzt sehen. Die dann passenden Fragen zur Abklärung der karriere- und bewerbungstauglichen Klärung sind natürlich völlig anders - eben passend zu Ihrer Situation.

Zeitleiste: Es sind keine Menschen bekannt, die auf dem Sterbebett darüber gejammert haben, zu wenig Zeit am Arbeitsplatz verbracht zu haben. Gehen wir also 5 Jahre in die Zukunft und schauen auf heute für die drei Fälle "Führungskraft geworden", "in Fachkarriere gewechselt" und "Mitarbeiter geblieben" zurück: Wie sieht Ihr privates und berufliches Leben dann jeweils vermutlich aus? Was wollen Sie am Ende Ihres Lebens über die damals getroffene Entscheidung sagen können? Was wollen Sie überhaupt dann von sich sagen können? Was wollen Sie erlebt, was erreicht haben? Antworten auf diese Fragen erweitern Ihren Entscheidungshorizont.

Und wieder die 7 Ebenen zurück: Aus der jetzt erweiterten Sicht wird es auf den Ebenen zu Veränderungen kommen: die können klein oder aber auch gewaltig sein. In jedem Fall werden Sie in der Lage sein, eine qualifiziertere Entscheidung zu treffen.

DIN 33430 als Beispiel für ein weiteres Instrument im Einsatz für Sie Diese DIN richtet sich an Recruiter und HR-Abteilungen, sie ist dort nicht sonderlich bekannt. Die DIN beschreibt, wie man für eine zu besetzende Stelle eine hochwertige Anforderungsanalyse durchführt. Als Bewerber bietet sie Ihnen mehrere Chancen: Sie können daraus (I) erstklassige Fragen für das Bewerbungsgespräch ableiten und (II) zu erwartende Anforderungen ableiten. In Ihrer Bewerbung gehen Sie dann auf genau die Anforderungen ein, die Sie gut erfüllen. Die anderen lassen Sie beiseite - denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen DIN 33430 hochwertig umsetzt ist eher, bleiben wir freundlich, mittelmäßig.

Bewerbung: Ihre neue Klarheit wird auch Lesern Ihrer Bewerbungen deutlich. Denn Sie werden beim Abfassen einer Bewerbung viel besser wissen, welche Stellen und Firmen zu Ihnen passen. Sie haben die Firmen nach den 7 Ebenen abgeklopft, mit Ihren persönlichen Ergebnissen abgeglichen. Sie werden präzise und zugleich einzigartig formulieren können, warum Sie da hin wollen und warum es die beste aller Ideen ist, Sie einzustellen. Das Bewerbungsgespräch wird reichhaltiger, denn Sie haben Fragen an Ihren potenziellen Arbeitgeber, die andere nicht haben und die Sie positiv-interessiert wirken lassen. Sie haben innere Klarheit erreicht, das ist selten und vorteilhaft. Klar ist, dass Sie auch in ihrem privaten Umfeld später weniger Konflikte erzeugen: Denn Sie haben kritische Aspekte erkannt und zuhause ausdiskutiert, bevor(!) es schwierig wird.

Fazit: Die vorgestellten Werkzeuge "psychometrische Analyse" und "7 Vollständigkeitsebenen" sind sehr mächtig im Einsatz für Sie. Welche Aspekte wir gemeinsam abklopfen, hängt natürlich von Ihrer Lage ab. Wenn es hilfreicher ist, setzen wir eben andere Werkzeuge z.B. aus der Welt der Ziele ein. Wollen wir darüber reden, ob wir darüber reden wollen? Dann kommen Sie auf mich zu.

Ihnen einen herzlichen Dank, dass Sie hier waren, Ihr

Bernd Gems

DQR: amtlicher Deutscher QualifikationsRahmen, www.dqr.de, Niveaus von 1 bis 8.