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Das "anders-herum" der Psycho-Logik

Aus innerer Ruhe folgt hohe Ideengeschwindigkeit. Das Inverse. - Foto: Bernd Gems Durch Anwendung von Psychologie werden oft Türen an Stellen geöffnet, an denen der Mensch vorher nur eine blanke Wand sah. Um das zu erreichen, wurde enormer Aufwand getrieben. Hier ein kleiner Einblick:

Während unseres Lebens machen wir fortwährend Erfahrungen und ziehen daraus für uns Schlüsse. Beides basiert auf der Stichprobengröße "Eins": was die Einzelperson als Glaubenssätze so alles entwickelt, ist nicht verallgemeinerbar und kann aus Sicht einer anderen Person abwegig und grundfalsch sein. So entsteht Psychogebabbel. Die moderne Psychologie dreht die Sichtweise um: Aus der Beobachtung vieler Verhaltensweisen vieler Menschen werden mit Hilfe der Inferenzmathematik allgemeingültige Aussagen geschaffen. Im Anschluss wird untersucht, welches Verhalten genau typischerweise zu welchen Ergebnissen führt. Erst danach wird aus diesen jetzt abgesicherten Erkenntnissen vorteilhaftes Verhalten erlern- und trainierbar. Damit entzieht sich Vieles der Meinungsplapperei und öffnet sich dem Lernen.

Am Beispiel: Was tun, wenn Ihre beste Sachlogik mal wieder nicht den gewünschten Erfolg zeigt?

Sach-Logiker denken sich bisweilen: "Wenn ich die besten Argumente habe und vorbringe, werden sich die Menschen in meinem Umfeld entsprechend verhalten."

Nach einiger Praxis damit haben sie erfahren: Kann so sein. Kann auch anders sein.

Wenn "anders" eintritt, neigt der Sachlogiker zu "mehr vom Gleichen": Noch bessere Argumente, noch intensiver vermittelt. Die Praxis zeigt: klappt nur selten gut.

Der Psycho-Logiker weiß auf Basis des bestens nachgewiesenen Grundbedürfnisses "Selbstwert" anders vorzugehen: Oft will ein Mensch erst ausführlich verstanden sein, bevor er mit dem Verstehen beginnen will.

Eine gegenüber "gut zureden" um 180° gewandelte Logik. Und eine Logik von enormer Wirksamkeitsmacht für den, der bereit ist, die hiermit verbundenen Fertigkeiten zu erwerben. Denn: dem Menschen mag zwar bedrängende, Widerstand erzeugende Ungeduld in die Wiege gelegt sein. Leider nicht die Fertigkeit, im Gegenüber zunächst das Gefühl "Er hat mich verstanden" entstehen zu lassen. Das praxistaugliche Gestalten des zugehörigen Signals gehört zu den erlerbaren sozialen Kompetenzen, neudeutsch "Soft Skills". Für Führungskräfte mit angemessenem Anspruch an die eigene Leistung im Job ein Standard. Für alle anderen einfach nur sehr, sehr nützlich. Zwei weitere Beispiele:

Thema Motivation: Sachlich perfekte Argumente motivieren oft nicht sonderlich wirksam. Und doch versuchen sich Chefs an dieser der-Mensch-ist-Maschine-Motivation immer wieder. Anders herum geht es besser: Die Emotion gibt der Vernunft die Denkrichtung vor. Dann legen die Mitarbeiter von sich aus los. Ja, sie drängen sogar voran. Fertigkeit im Umgang mit Emotionen ist Kernkompetenz der Menschenführung und -halleluja- erlernbar.

Viele kennen den Satz "Wer fragt, der führt!" - Ein wundervolles Beispiel für völlig richtiges und zugleich völlig nutzloses Wissen. Wissen ohne die erworbene Fertigkeit zur praxistauglichen Umsetzung. Nutzloses Wissen gibt es nebenbei und zuhauf. Das Erwerben von Fertigkeiten bedeuten Engagement. Wie die meisten Dinge von Wert. Das macht sie aus.

Diese kleinen Beispiele aus dem unternehmerischen Veränderungsmanagement beschreiben einen mikroskopisch keinen Ausschnitt erlernbarer Fertigkeiten. Das Ihren Zielen im Wege stehende Hindernis stellt sich vermutlich völlig anderes dar. Seine Auflösung hängt ab von Ihrer persönlichen Situation und deren Entstehungsgeschichte, von den beteiligten Personen und deren Persönlichkeitsprofilen, von den Beziehungen untereinander, der Beziehungshistorie und der Prägung eines Unternehmens. Und natürlich hängt es ab davon, was Ihr Ziel ist: Ob Sie den nächsten Karriereschritt planen, leichter an Fachpersonal kommen oder Ihre Mitarbeiter "auf Spur bringen" wollen. Und davon, ob Sie sich gerne im IST eingerichtet haben oder tatsächlich für Ihr SOLL handeln.

Woher nehmen Psychologen eigentlich ihre Weisheiten? Nehmen wir an, Sie sind Chef und stören sich an einem typischen Verhalten Ihrer Mitarbeiter. Als guter Chef haben Sie Ideen, probieren aus und machen ihre Erfahrungen. Psychologen befragen, beobachten oder führen Experimente mit tausenden wie Ihnen durch. Mit Mathematik destillieren sie Zusammenhänge und Ursache-Wirkungsketten. Manchmal werden die einflussstärksten und klarsten Ergebnisse in Fachbegriffe wie "Transformationale Führung" gegossen. Als Wissen leichter zu vermitteln als, sagen wir mal, die Physik der Nanotechnik. Es braucht allerdings eine Weile, bis die damit verbundene Fertigkeit durch einen Wirtschaftspsychologen einem für seinen Job motivierten Chef vermittelt werden kann. Ihr Thema ist vermutlich kein grundlegend Neues. Man könnte es als fahrlässig bezeichnen, auf die gesammelten Erfahrungen tausender zu verzichten.

Weiterhin "mit Engelszungen reden" ist daher oft so sinnvoll, als würde ein Verdurstender in der Wüste sich auf die Abwehr eines Sonnenbrandes konzentrieren.

Vielleicht ist Ihre Lebenszeit zu kostbar für andauerndes mehr vom Gleichen. Wenn Sie mit bester Sachlogik nicht weiterkommen, könnte es Zeit für einen neuen Ansatz sein. Und der kann sogar viel Spaß machen.

Wenn Sie zu den Menschen mit Offenheit für Neues in Verbindung mit einem für Führungskräfte angemessen ausgeprägtem Wachstumsmotiv gehören, werden Sie diese Welt erkunden wollen. Dann freue ich mich auf Sie, Ihr

Ihnen einen herzlichen Dank, dass Sie hier waren, Ihr

Bernd Gems

DQR: amtlicher Deutscher QualifikationsRahmen, www.dqr.de, Niveaus von 1 bis 8.


   

Curriculum des Master of Science (M.Sc.) Wirtschaftspsychologie an der Europäischen Fernhochschule Hamburg

Fach Inhalt und Prüfung
Einführungsseminar Formalia und erste Praxisübungen
Prüfung: Präsentation
Allgemeine Psychologie Was allen Menschen gemeinsam ist.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Differenzielle Psychologie / Persönlichkeitspsychologie Wie die Persönlichkeiten von Menschen unterschieden werden können und wozu das nutzbar ist.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Sozialpsychologie Was das Miteinander von Menschen ausmacht und wie es im Sinne einer Steuerung beeinflusst werden kann.
Prüfung: Vorleistung + Prüfungspräsentation Präsenzseminar
Statistik Mathematische Verfahren z.B. der Inferenzstatistik zum fundierten Schließen von im Rahmen einer Studienstichprobe erhobenen Daten auf die Gesamtheit (z.B. Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland). Mit Statistik fallen wir nicht mehr auf unsere eigene Verallgemeinerung persönlicher Einzelfallerfahrungen herein, sondern erhalten valide Wahrscheinlichkeiten. Bei Menschen, die große Mühe haben, in Wahrscheinlichkeiten zu denken, hat die Statistik einen schlechten Ruf. Anderen ist sie sehr dienlich: den Versicherungen und in Form von Mitarbeiterbefragungen und Marktforschung auch Unternehmern.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Forschungsprojekt Es wird eine fundierte Studie in realer Praxis durchgeführt und statistisch auf Signifikanz bewertet. Dies weist die Befähigung zur Eigenständigkeit nach. Zwei Themen erfordern besondere Kenntnisse: Statistik und die Gestaltung von aussagefähigen "Items" - mit Skalenfragen zu bewertende Aussagen.
Prüfung: abgegebene Studienarbeit.
Arbeits- und Organisationspsychologie Was fördert, was behindert im Sinne des Unternehmenswohls die Zusammenarbeit? Wie entsteht Arbeitszufriedenheit? Welche Unternehmensstruktur ist im Einzelfall tauglich, welche weniger? Diese und weitere Frage werden behandelt und fundiert praxisnah beantwortet. Analyse->Maßnahme.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Markt- und Werbepsychologie IN diesem Modul geht es um die aktive Gestaltung der Anbieter-Kunden-Beziehung und die gezielte Beeinflussung von Kauf- und Preisentscheidungen. "Bei uns geht es nur um Preis und Leistung" - Wer's glaubt, bekommt die Marge, die er verdient.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Führungspsychologie Führungserfolg ist das im Sinne des langfristigen Unternehmenswohls gezielte und gelungene Beeinflussen des Verhaltens von Mitarbeitern. Wer sich die Erfahrungen tausender Führungskräfte ohne deren Mühe aneignen möchte, ist hier richtig.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Eignungsdiagnostik und Personalentwicklung Von der kostenneutral erfolgreicheren Personalanwerbung bis hin zu Interviewformen, die Verborgenes hervorbringen: Darum geht es in Personalmarketing. Intern geht es darum, Stärken und Schwächen sowie Potenziale fundiert zu ermitteln und zum Wohl des Unternehmens zu selektieren und zu fördern.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Change Management Die meisten, sachlogisch völlig richtigen Veränderungen erleiden unnötigen Widerstand der Mitarbeiter. Wie das anders geht, ist wesentlicher Inhalt dieses Fachs, das sich aus tausenden Einzelerfahrungen speist.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Interkulturelle Psychologie Das Fach befähigt dazu, die Auswirkungen von kulturellen Unterschieden rechtzeitig einzubeziehen und positiv zu nutzen.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Handlungskompetenz: Gesprächsführung Gesprächsförderer und Gesprächsstörer, Vermeidung unnötiger Konflikte, Erreichen von Gesprächszielen bei Erhalt des guten Miteinanders, kurz: Wie man insbesondere als Führungskraft sehr viel reichhaltigere, erfolgreichere Gespräche führt. Im Grunde: Führungsdeutsch als Fremdsprache. Jede auch noch so kleine echte, neue Kompetenz wirkt bereits ein wenig.
Prüfung: mehrtägiges Präsenzseminar mit Praxisprüfungen + Schriftliche Präsenzklausur
Handlungskompetenz: Coaching Menschen zum Erreichen ihrer Ziele bewegen und -in Zusammenwirkung mit Trainingselementen- befähigen.
Prüfung: mehrtägiges Präsenzseminar mit Praxisprüfungen + Schriftliche Präsenzklausur
Handlungskompetenz: Mediation Wer kennt es nicht? Menschen grollen sich mehr oder weniger, reden eher über- als miteinander oder schweigen und denken in ihrer Arbeitszeit über den Konflikt nach, anstatt mit voller Aufmerksamkeit zu Arbeiten. Fehler, Minderleistung, Widerstände können die Folgen sein. Für das Unternehmenswohl fatal. Das Abstellen abstellbarer Konflikte ist erste Führungsaufgabe und benötigt gewaltige sprachliche und strukturelle Kompetenzen. Außerdem steckt der Chef nicht selten selbst mit drin. Also: das Problem extern bearbeiten lassen. Kann klappen, muss nicht klappen. Im letzteren Fall ist die notwendige Folge auch klar.
Prüfung: mehrtägiges Präsenzseminar mit Praxisprüfungen + Schriftliche Präsenzklausur
Diversity und Ethik Fachlich geht es zuallererst um das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und seine rechtliche Bedeutung. Inwieweit ethische Aspekte dem Wohl des Unternehmens dienen können, sind weitere Erkenntnisse.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Verhaltensökonomik Das Entscheidungsverhalten des Menschen und seine Weiterentwicklung.
Prüfung: Vorleistungen + Schriftliche Präsenzklausur
Master Thesis Wirtschaftspsychologie Es wird eine vollständige wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt und fundiert statistisch ausgewertet.
Prüfung: Vorleistung + Schriftliche Ausarbeitung

Stand: Zeitpunkt meines Studiums 2014-2017