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Innovation und Idee - Wie Sie das Neuartige laufend in die Welt bringen

Feuerwerk auf Feuerwerk. Es gibt kein Ende. The Show must go on. Foto: Gems "Innovation ist 99% Transpiration und 1% Inspiration" befand Thomas A. Edison. Diese Erkenntnis eines erfolgreichen Erfinderlebens bedeutet auch, dass wir keinesfalls zufälligen Eingebungen ausgeliefert sind: Wir können Innovation weitestgehend erarbeiten, indem wir der Inspiration durch vorangestellte Transpiration den Weg ebnen. Wenn Sie das für möglich halten, können Sie auch den Satz "Kein Unternehmen ist gezwungen, sich unablässig in einem Hochwettbewerbsfeld zu bewegen", notiert in der Wirtschaftswoche vom 5.6.2020, nachvollziehen. Diese Webseite "Innovation" ist für Menschen gemacht, die in diesem Sinne ein besseres Geschäftsmodell, ein besseres Produkt oder eine bessere Dienstleistung schon aus Prinzip immer für möglich halten und anstreben. Auf dieser Seite finden Sie:

(A) 8 Wege hin zu schneller, einmaliger Ideenfindung: Hierbei zahlen Sie externes Fachpersonal dafür, einmalig Ideen alleine in der Ferne oder zusammen mit Ihrem Hause zu generieren.
(B) Den kognitiv-kreativen Ablauf: Acht wissenschaftlich belegte Phasen, in denen eine strukturiert durchgeführte, gelingende Ideenfindung typischerweise abläuft.
(C) Den Managementprozess: Erzeugen eines kontinuierlichen Flusses an Innovationen in der Organisation. Samt bei jedem tauglichen Prozess erforderlicher Messtechnik.
(D) Führungswissen: Weitere Aspekte und Wege in Schlagworten.

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    (B) Der kognitiv-kreative Ablauf:  In Bezug auf den kognitiv-kreativen Denkprozess haben Psychologen acht Phasen entschlüsselt, die ich hier bezogen auf Organisationen (nicht Personen) notiere: (Quelle: Wirtschaftspsychologie aktuell 2/2014)

  1. Problementdeckung: Auffinden lösenswerter Probleme in der Welt, die Morphologische Matrix ist ein hierzu bewährtes Instrument. Für Albert Einstein die wichtigste Phase.
  2. Informationsintegration: Weltwissen aufbauen und bewerten: spezifische Recherche.
  3. Konzeptkombination: Gefundene Inhalte werden kombinatorisch verknüpft, erste Ideen entstehen.
  4. Ideenfindung: Die kreativ angeregten Geister werden weiter aufgeladen, Ideen notiert.
  5. Lösungsansätze: Für aussichtsreiche Ideen werden Lösungsansätze entwickelt. Es entstehen Unsicherheiten bezüglich der Machbarkeit, die im Nachgang so weit wie möglich zu klären sind.
  6. Bewertung: Ideen werden zusammen mit ihren Lösungsansätzen bewertet und es wird, z.B. mittels einer gewichteten Entscheidungsmatrix, eine Entscheidung gefällt.
  7. Entwicklung: Die Lösungsansätze werden zu fertigen Strategien, funktionalen Prototypen oder testbereiten Dienstleistungen ausgearbeitet.
  8. Implementierung: Die Integration in das Angebot des Unternehmens, Ausrollen, Tests und -klar- Beheben von Kinderkrankheiten. Erfassen weiterer Ideen schon im Zuge der Einführung dieser Innovation.


  9. Es ist hoffentlich nachvollziehbar, dass dieser Ablauf einen besonderen kommunikativen Rahmen erfordert, der auch von der Art des Unternehmens abhängt. Außerdem endet der einmalige Durchlauf bei Nr. 8. Wünschenswert könnte eine Weiterentwicklung der grundsätzlichen Denkweise hin zu Innovation sein. Darum geht es im folgenden Abschnitt.

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(C) Der Managementprozess: Wir wissen heute, dass Dinge erst durch Prozesse richtig gut und kontinuierlich besser werden. Prozesse wiederum sind ohne passende Messtechnik und Bewertungsinstrumente nicht sinnvoll zu gestalten. Das Grundmuster eines jeden Prozesses in diesem Sinne lautet:

(1) Handeln
(2) Messen
(3) Bewerten
(4) Maßnahmen zur Verbesserung ableiten
(5) Maßnahmen implementieren
(6) Feiern der Ergebnisse und von Verbesserungen der Prozessqualität. Dieser motivatorisch wichtige Schritt wird allzu oft vernachlässigt.
(7) Zurück zu (1) mit verbessertem Handeln (positive Rückkopplung)

Dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) läuft so lange weiter, bis das Ziel des Prozesses erreicht ist oder wegfällt. Eine konkrete Ausprägung für den Start eines Innovationsprozesses kann wie folgt aussehen (stark verkürzt):

  1. Start: 
  2. Festlegen von sog. "Key-Performance-Indicators (KPI)": eindeutige Kriterien zur quantifiziert-objektiven Bewertung der Prozessqualität. Verwendbar sind psychometrische Erhebungen wie der TKI "Teamklima Innovation" oder der INNO zum Innovationsklima. Sie liefern laufend Zahlenwerte zur Regelung des Prozesses. Beim erstmaligen Erheben wird der IST-Zustand der Organisation vor Einführung des Prozesses ermittelt. Diese Art der Ermittlung führt bereits zu ersten, wünschenswerten Veränderungen des Denkens der Mitarbeiterschaft.
  3. Handeln: Führungskräfte werden in der innovationsfördernden Kommunikation unterwiesen und trainiert. Aufnahme von Zielen und Strategien in das Führungssystem. Bei Folgedurchläufen wird optimiert.
  4. Handeln: Zwei Innovations-Workshops im Abstand von typischerweise 4 Wochen mit breitem Mitarbeiterspektrum. Spätestens am zweiten Tag sollten gute Ideen abholbar sein können.
  5. Handeln: Dauerlaufende Aufgaben vergeben wie z.b. die Lektüre der GTAI "Markets". Diese Weltkenntnis wird in Workshops und Meetings gezielt abgefragt. Ihre Qualität wird zum Gegenstand der Personalgespräche.
  6. Handeln: Input und Methoden werden zusätzlich im digitalen Lernmanagementsystem (Klick auf Register LMS hier bei accirrus) verfügbar gemacht - ggf. werden automatische Prüfungen zur Lernerfolgskontrolle implementiert.
  7. Handeln: Phasen arbeitsamer Langeweile wie Rasenmähen, Fahrradfahren, den Hund ausführen, Sport, Bügeln oder Staubsaugen erzeugen maximale "Heureka"-Wahrscheinlichkeit. Auch Papier und Stift neben dem Bett erzeugen Erinnerungsmomente und ermöglichen das Aufschreiben der Aufwach-Ideen.
  8. Handeln: Für weitere Formen des Handelns stehen viele Ansätze bereit.
  9. Messen: Neuen IST-Zustand erfassen durch psychometrische Erhebungen (KPI, TKI, INNO)
  10. Bewerten: Tauglichkeit des Vorgehens und der KPI
  11. Maßnahmen: Verbesserungen des Prozesses identifizieren und implementieren
  12. Maßnahmen: Verbesserungen des Prozesses identifizieren und implementieren
  13. Party Es lohnt sich - ohne gemeinsame, gelungene(!) Feier bleibt der Prozess kraftlos-blutleer.
  14. Zurück zum jetzt verbesserten Handeln 

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(D) Führungswissen: Weitere Aspekte und Wege in Schlagworten.

In einer Welt, die von schleichenden und turbulenten Veränderungen geprägt ist, gewinnt der Anpassungsfähigste. Lern- und Innovationsfähigkeit sind zwei wichtige Facetten für eine hohe Anpassungsleistung. Veränderungs- und Anpassungsbedarf kann sich spontan aus allen Bereichen Ihres Unternehmens ergeben: Vertrieb, Organisation, Personal, Produkt, Technologie, Verfahren, Prozess, Problem, Konflikt, Führung und insbesondere auch das Geschäftsmodell können unerwartet zu bedrängenden "Baustellen" werden. Jede dieser Baustellen können mit einem tauglichen Prozess wie oben beschrieben abgearbeitet werden. Auch der Vertrieb ist wesentlich: Beherrschen beispielsweise Ihre Vertriebsleute die telefonische Kaltakquise, können Sie Ihren Vertrieb binnen 2 Wochen auf neue Zielgruppen und neue Produkte einstellen. Ihr Vertrieb lernt diese Kompetenz auf dem Prozesswege.

Natürlich stellt sich die Frage, wie und in welchem Maße diese Prozesse in Ihrem Unternehmen ineinander einzubetten sind. Die Antwort hängt von Ihrem Unternehmen ab: Ziele, Lage, Märkte, Produkte, Kultur u.v.m. sind natürlich Randbedingungen der Gestaltung. Angesichts des Stapels an Literatur und Methoden zum Thema erscheinen die oben dargestellten Prozesse arg knapp zusammengefasst - Wer die Literatur durchgeht, findet allerdings schnell heraus, dass meist jeweils Details für einen der o.g. Schritte beschrieben werden. Häufig werden in Zeitschriften auch einfach gelungene Innovationen aufgeführt - was erst einmal nicht weiterhilft, wenn Sie konkret für Ihr Unternehmen auf der Suche sind. Gut ist es bei allen Schritten über praxistaugliches und fundiertes Wissen zur Funktion des Gehirns zu verfügen: Begriffe wie Arbeitsgedächtnis, funktionale Gebundenheit, fluide vs. kreative Intelligenz, Assoziationsbereiche und Heuristiken überschreiben einige der relevanten Wissensgebiete zur tauglichen Auslegung von Prozessen. Wenn dann auch noch der eine oder andere Hunderttausender aus dem Programm ZIM des Bundesministeriums für Wirtschaft für die Entwicklungsarbeit an einer neuen Technologie obendrauf kommt, wird das eine runde Sache.

Im Folgenden noch einige Zitate aus Lebenserfahrung:

"Unsere Geschichte hat uns gezeigt, dass man mit Werbung ein [...] Quartal die Nase vorn haben kann, mit Innovationen aber Jahrzehnte" (Bob McDonalds als CEO von P&G)

"Die Fähigkeit zu Innovation entscheidet über unser Schicksal" (Roman Herzog als Bundespräsident)

"Man vergeudet Jahre, wenn man nicht in der Lage ist, Stunden zu vergeuden" (Amos Tversky, Psychologe)

"Logisches Denken ist das genaue Gegenteil von kreativem Denken" (Jörg Mehlhorn, Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Kreativität)

"Genius besteht zu 1% aus Inspiration und zu 99% aus Transpiration" (Thomas Alva Edision)

"Kreativität kann nicht erfolgreich verordnet, aber sehr leicht unbedacht unterdrückt werden" (Prof. Dr. J. S. Feinstein, Yale)

"Kreativität braucht Material, mit dem man arbeiten kann. Und zumindest ein vorläufiges Ziel." (Diana Senechal, US-Autorin)

"Es gibt einen Grund, weshalb viele Kreative ein betriebsames Café zum Arbeiten brauchen: Wenn sich das Gehirn vertieft hat, wandelt es Ablenkung in Ideengeber" (Henning Beck, Neurobiologe)

"Wenn ich damals Kunden gefragt hätte, hätten sie sich schnellere Pferde gewünscht" (Henry Ford)

Wenn Sie den Betrachtungsrahmen noch weiter ziehen wollen, schauen Sie sich Ihre Mitarbeiterschaft einmal auf Diversität an: Haben Ihre Leute einen ähnlichen kulturellen Hintergrund? Vielleicht auch ähnliche Persönlichkeitseigenschaften, z.B. hohe Werte bei Gewissenhaftigkeit? Niedrige bei Extraversion? Haben Sie überwiegend das Gefühl, dass die Menschen gut zusammenpassen? Dann könnten Sie ein sog. "Klon-Team" führen. Die Herausforderung zur Gestaltung eines regen Innovationsprozesses ist soeben ein paar Nummern größer geworden. Wenn Sie echte (z.B. auch ZIM‑fähige) Innovationen zu Ihrem Primärziel machen, setzen Sie ein anderes Team ein, als wenn Sie Wachstum oder die Effizienz erhöhen wollen. Denn ein diverses Team erzeugt diverse Ideen. Im Grunde eine Binsenweisheit. Organisationsentwicklung OE steht an, Ziele von Rekrutierung und Eignungsdiagnostik sind neu zu definieren, Führung von diversen Mitarbeiterschaften ist zu lernen. Der Kreis zu Lernmanagement (→LMS), →Rekrutierung und →DIN 33430 schließt sich auch bei den Themen Evolution, Anpassungsfähigkeit, Innovation und Idee.

Sprechen Sie mich zu allen Themen an. Ihnen einen herzlichen Dank, dass Sie hier waren, Ihr

Bernd Gems

DQR: amtlicher Deutscher QualifikationsRahmen, www.dqr.de, Niveaus von 1 bis 8.